Lokführer-Ausbildung bei Thurbo

Online-Interview mit Fachreferent Harald Wehrle

Was ist die Hauptaufgabe eines Fachreferenten für Lokführer*innen?
Wir Fachreferenten bei Thurbo planen, gestalten und leiten die Unterrichtseinheiten in den Theorie- und Fahrzeugtechnikkursen für das Lokpersonal. Zudem schulen und begleiten wir die Ausbildungsklassen und bereiten sie auf die Zwischen- und Abschlussprüfungen vor.

Für Lokführer*innen ist es besonders wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Warum? 
Die Bahn entwickelt sich stets weiter. Das Bundesamt für Verkehr BAV fordert zum Beispiel alle fünf Jahre Prüfungen, auch weil sich die Regelwerke bei den Bahnen immer wieder ändern. Das Lokpersonal muss sich darauf vorbereiten. Wir helfen den Lokführer*innen z. B. in regelmässigen Kursen und am Fahrsimulator dabei. Zudem fährt Thurbo auf deutschen Streckenteilen, für die auch regelmässige Prüfungen vorgeschrieben sind. Darum ist es wichtig, dass wir Fachreferenten auch die ausländischen Vorschriften schulen.

Wann geht man während der Ausbildung erstmals auf «Ausbildungsfahrt»? 
Bei der Ausbildung der Lokführer*innen dürfen die Auszubildenden nach einem Grundlagen-Theorieblock von zwei Wochen bereits erstmals für ein paar Tage im Führerstand mit einem Ausbildungslokführer mitfahren. So können die angehenden Lokführer*innen das Gelernte in der Praxis erleben.

Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis während der Ausbildung?
Wir sind überzeugt, dass der grösste Lerneffekt im Erleben der Praxis stattfindet. Die Ausbildung bei Thurbo dauert ca. elf Monate. Das Verhältnis von Theorieschulungstagen und Mitfahrten, zu einem späteren Zeitpunkt auch Selbstfahrten unter Aufsicht, beträgt ungefähr 20% Schule und 80% Praxis draussen auf den Zügen. Wobei natürlich die Theorieschulungen mehrheitlich in der ersten Hälfte der Ausbildungszeit liegen. Ein guter Ort zum Üben ist auch unser Fahrsimulator.

Warum ist der Fahrsimulator für die Ausbildung so wichtig? 
Der Fahrsimulator ersetzt natürlich nicht die Erfahrungen auf dem richtigen Zug. Er bietet aber ausgezeichnete Möglichkeiten, erste Erfahrungen für Rangierbewegungen oder später für das Zugfahren zu machen. Kurz vor dem Ende der Ausbildung müssen sich die Lokführeranwärter*innen im Fahrsimulator auch den komplexeren Störungssituationen stellen.

Weitere Informationen über das Berufsbild Lokführer*in finden Sie hier.